Flüchtlingswelle, Täterparadies und Co. – Was Journalist*innen von Diskurslinguistik lernen können

Flüchtlingswelle, Täterparadies und Co. – Was Journalist*innen von Diskurslinguistik lernen können

Amelie Gante , Jan Thore Kirk

German
Lightning Talk
Media & Public Sphere
#Arbeit #Emotionen #Journalismus #Populismus
Wie prägt die Sprache von journalistischen Medien den gesellschaftlichen Diskurs? Welche Gefahren bergen Formulierungen, die auf den ersten Blick ganz unscheinbar wirken? Wir präsentieren linguistisches Werkzeug, das einen schärferen Blick auf fremde und eigene Texte ermöglichen soll.

Schuldenberg, Rotlichtmilieu, Bevölkerungsexplosion, Kurswechsel: Diese Metaphern finden sich in zahlreichen journalistischen Texten und sind nur ein Beispiel dafür, wie Diskurse (und damit auch unsere Wahrnehmung der Welt) sprachlich beeinflusst werden.

Journalist*innen nehmen die wichtige Verantwortungsposition ein, Diskurse prägen und lenken zu können. In Redaktionen wird etwa entschieden, welchen Perspektiven wie viel Raum gegeben wird oder wer für sich selbst sprechen darf. Welche Aussagen werden weggelassen? Was wird als Fakt und was wird als Meinung präsentiert? Dabei geschehen viele sprachliche Handlungen nicht unbedingt bewusst. Hier setzt unser Vortrag an.

Wie können Journalist*innen ihren diskursanalytischen Blick schärfen? Mit konkreten Beispielen erklären wir diskursive Werkzeuge und geben praktische Tipps: Wie gelingt ein sprachlich anschaulicher Text oder eine starke Headline auch ohne die Reproduktion problematischer Begriffe?