Vom Rand in den Mainstream: Wie rechte Medien Österreichs Debatten dominieren
Ein Netzwerk aus Hatefluencern, Empörungsmedien und algorithmisch verstärkter Empörung verschiebt die Grenzen des öffentlichen Diskurses. Aufmerksamkeit wird zur politischen Ressource: Nicht allein Parteien, sondern digitale Reichweite, Skandalisierung und koordinierte Kampagnen entscheiden zunehmend darüber, welche Themen dominieren – und wer aus der Debatte gedrängt wird. Das Edelweiss Netzwerk macht sichtbar, wie dieses Medienökosystem funktioniert, welche Macht es inzwischen entfaltet und wir es international vernetzt agiert.
Österreich ist dafür ein besonders aufschlussreiches Fallbeispiel. Parteinahe und rechtsalternative Medien erzielen heute Millionenreichweiten, Plattformen wie Exxpress oder AUF1 haben sich als feste Größen im digitalen Informationsökosystem etabliert, während FPÖ-nahe Social-Media-Netzwerke Debatten gezielt verstärken und Themen setzen. Studien zeigen, dass polarisierende, meinungsstarke Formate im Netz inzwischen Reichweiten erzielen, die mit etablierten Medien konkurrieren – und damit die öffentliche Agenda zunehmend mitprägen.
Das Edelweiss Netzwerk zeigt anhand aktueller Recherchen, wie rechte Mediennetzwerke Aufmerksamkeit in Macht übersetzen – und diskutiert, wie sich Öffentlichkeit verändert, wenn Empörung zum erfolgreichsten Geschäftsmodell wird und was demokratische Gesellschaften dem entgegensetzen können. Die Session analysiert, wie diese Akteure Aufmerksamkeit in politische Macht übersetzen, und wie die Dynamiken in Österreich nun als Blaupause für Deutschland und Europa dienen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie verändert sich Öffentlichkeit, wenn Empörung zum erfolgreichsten Geschäftsmodell wird – und was können demokratische Gesellschaften dem entgegensetzen?