Unverhältnismäßig, unkontrollierbar, riskant: Automatisierte Datenanalysen mit Palantir

Unverhältnismäßig, unkontrollierbar, riskant: Automatisierte Datenanalysen mit Palantir

Constanze Kurz

Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Wissenschaft & Technologie
#Ethik #KI #Technologie #Überwachung
Einen Übeltäter und sein Umfeld an den Daten erkennen, ehe er seine Straftaten verüben kann: Das soll die automatisierte Datenanalyse von Polizeidaten hinbekommen. Denn dann könnte der potentielle Gefährder observiert und an Taten gehindert werden.

In Deutschland kaufte die Polizei dafür Software von Palantir, auch um die teilweise veralteten eigenen Systeme zusammenzuführen und durchforsten zu können. Auch anderswo auf der Welt ist der Datenanalysekonzern mit dem staatlichen Sektor sowie mit Militärs und Geheimdiensten bestens im Geschäft.

Wer wissen will, für was der US-Konzern Palantir steht, kann das Manifest lesen, das er veröffentlicht hat. Der Multimilliardenkonzern äußert sich darin zu seinen ethischen Werten, zum Militär, zur US-Politik und -Kultur, zu Religionsfragen und natürlich zur „KI“. Seine Ideologie zeigt er offen.

Aber Palantirs Software ist eine Black Box. Statt handfester Evaluation präsentiert die Polizei in Deutschland fiktive Fallkonstellationen. Was jedoch zweifelsfrei ist, betrifft die Streubreite der automatisierten Datenanalyse: Völlig unverdächtige Menschen werden dabei massenhaft gerastert – unverhältnismäßig, unkontrollierbar, riskant.