Offen für alles, klar für nichts: Wie „Technologieoffenheit“ Klimaschutz verschleppt und was wir dagegen tun können
"Technologieoffenheit" klingt gut: offen für Neues, Platz für Innovation, Weg frei zum technologischen Fortschritt. Wie selbstverständlich hat sich der Begriff in den letzten Jahren im klimapolitischen Diskurs ausgebreitet: in Reden, sozialen Medien, Gesprächen, Artikeln, Presseaussendungen oder Gesetzestexten.
Ein Blick hinter die Kulissen offenbart jedoch schnell die eigentlichen Interessen, die mit dem Argument der Technologieoffenheit bedient werden: Durch Heizungen soll weiterhin fossiles Gas fließen. Autos sollen weiterhin mit Verbrennermotoren fahren. Fossile Kraftstoffe sollen im Energiemix bleiben.
Die Folgen: Konsequente Klimapolitik – Heizungstausch, Verbrenneraus, Befreiung von fossilem Öl und Gas – rutscht von der politischen Agenda, wird abgeschwächt oder rückgängig gemacht. Kurz: Klimaschutz wird verschleppt.
Das ist kein Zufall. Was hier passiert, folgt einem strategischen Drehbuch. Anders als Desinformation beginnt Verschleppung selten als offene Lüge – sie greift legitime Sorgen auf und übersetzt sie in teilbare Erzählungen. Viele, die sie weitergeben, tun das ohne Täuschungsabsicht. In digitalen Räumen verstärken Algorithmen eingängige Narrative, soziale Medien beschleunigen ihre Verbreitung, bis sie realpolitische Entscheidungen beeinflussen.
Die Analyse des KONTEXT Instituts zeichnet das Drehbuch der Verschleppung anhand einer Fallstudie zu Technologieoffenheit nach. Es zu kennen, ermöglicht einen praxisnahen Gegenentwurf. Ein Handbuch, mit dem wir im analogen und digitalen Diskurs eine lösungsorientierte Klimadebatte ermöglichen.