Mit dem 12-Stunden-Tag zur echten Gleichberechtigung

Mit dem 12-Stunden-Tag zur echten Gleichberechtigung

Ana Wetherall-Grujić

03.10.2026 15:30–16:00
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Politik & Gesellschaft
#Arbeit #Demokratie #Feminismus #Gemeinwohl
Drei Viertel der Mütter in Deutschland und Österreich arbeiten in Teilzeit - trotz drohender Altersarmut und finanzieller Abhängigkeit vom Partner. Eine mögliche Lösung klingt fast zu gut um wahr zu sein. Doch die Vergangenheit lehrt uns Vertrauen in Gerechtigkeit.

Vater verdient, Mutter versorgt. Das ist kein gestriges Framing. Es ist Realität in Österreich und Deutschland. Dass es anders geht, zeigt ein Blick in die Vergangenheit.

Drei von vier Müttern arbeiten in Deutschland und Österreich in Teilzeit. Wann immer die Zahlen hochkochen, rufen die einen nach mehr Betreuung, die anderen nach Gleichberechtigung. Von rechts schalmeit es, dass ein Kind zur Mama gehört und die hinter den Herd.

Dabei reagieren Mütter mit ihrer Teilzeit auf ein Versagen der Gesellschaft. Sie schrauben Lohnarbeit zurück, um unbezahlte, aber unvermeidliche Arbeit zu leisten. Das Ergebnis ist Mom Math: Ein Nullsummenspiel, bei dem der Laden knirschend läuft.

Schon vor über 200 Jahren forderten Arbeiter:innen acht Stunden Arbeit, acht Stunden Schlaf und acht Stunden Erholung. Jetzt brauchen wir eine neue Aufteilung: den 12-Stunden Tag. Das heißt: Sechs Stunden für den Chef, sechs Stunden für andere und zwölf für mich. Klingt illusorisch - war der Achtstundentag auch.