Disruption bewältigen: Wie können wir der KI-Revolution mit rechtlichen und gesellschaftlichen Mitteln begegnen?

Disruption bewältigen: Wie können wir der KI-Revolution mit rechtlichen und gesellschaftlichen Mitteln begegnen?

Till Kreutzer

Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Politik & Gesellschaft
#Commons #Digitalpolitik #KI #Recht
Generative KI verändert das Informationsökosystem radikal und in beispielloser Geschwindigkeit. Wie sollen Gesetzgeber und Gesellschaft hierauf reagieren? Indem wir unsere Daten verschließen? Das Urheberrecht verschärfen? Oder können wir die KI-Industrie an den Kosten der Disruption beteiligen?

Generative KI stellt Kultur, Wissenschaft, Bildung, Journalismus und kreative Arbeit vor eine doppelte Herausforderung: Sie eröffnet neue Möglichkeiten, erzeugt aber zugleich disruptive Effekte. Mit welchen Mitteln diese entschärft oder kompensiert werden können, ist eine zentrale gesellschaftliche Frage. Verschiedene Ansätze werden diskutiert, die ich darstellen und bewerten werde:

  • Abkehr vom Open-Access-Paradigma durch Schließung von Datenbeständen;

  • Erklärung flächendeckender urheberrechtlicher Opt-outs;

  • Verschärfung oder Ausweitung des Urheberrechts;

  • Urheberrechtliche Vergütungsansätze.

Mein Ergebnis ist: All diese Ansätze haben gravierende Nachteile, greifen zu kurz oder erweisen sich als kontraproduktiv, da Kollateralschäden für Offenheit, Teilhabe und Wissenszugang drohen. Meine These: Statt das offene Informationsökosystem zu beschädigen, sollten wir KI-Unternehmen an den Kosten der Disruption beteiligen – und neu aushandeln, welchen Wert menschliche Kreativität hat.