Digitale Bildgewalt als neue Form häuslicher Gewalt

Digitale Bildgewalt als neue Form häuslicher Gewalt

Magdalena Habringer , Sabrina Luimpöck

Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Politik & Gesellschaft
#Digitalpolitik #Feminismus #Plattformen #Zivilgesellschaft
„Mein Mann droht, meine Intimbilder zu veröffentlichen, wenn ich mich trenne.“ Bildbasierte Digitale Gewalt ist durch den Fall Collien Fernandez medial präsent. Doch es gibt kaum Schutzstrategien. Wir diskutieren Leitlinien, um das Phänomen als reale Gewalt zu framen und Betroffene zu stärken.

Bildbasierte digitale Übergriffe in (Ex-)Paarbeziehungen – wie im Fall Collien Fernandez – stellen eine spezifische Form von digitaler Gewalt im sozialen Nahraum dar, zu der kaum Forschung existiert. Gewaltschutzeinrichtungen berichten, dass intime Bilder von Frauen immer häufiger als Druckmittel dienen. Der Schaden entsteht bereits durch Drohungen und Angst vor sozialer Beschämung – nicht erst durch die Veröffentlichung. Deepfakes und Nudify-Apps senken zudem die Schwelle: Gefährder benötigen kein Spezialwissen, Plattformen bieten kaum wirksame Melde- und Löschwege, rechtliche Regelungen sind lückenhaft. Der Ruf nach höheren Strafen greift zu kurz. Der Vortrag rahmt bildbasierte digitale Gewalt als reale geschlechtsspezifische Gewalt, zeigt – intersektional gedacht – warum Beschämung weit über Nacktbilder hinausreicht und skizziert klare Leitlinien: präzise Begriffe, Zuständigkeiten und schnelle Löschpfade, die Betroffene stärken und Sensibilität in Medien und Gesellschaft erhöhen. Zudem stellen wir Transformative Justice-Ansätze vor, die für Frauen ohne Zugang zu polizeilichem Schutz relevant sind.