Belonging under pressure. Wie Kulturpolitik unsere Demokratie reparieren kann

Belonging under pressure. Wie Kulturpolitik unsere Demokratie reparieren kann

Clar Gallistl

Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Politik & Gesellschaft
#Content Creators #Diversität & Inklusion #Emotionen #Zukunft & Utopie
Autoritäre Politik baut Solidarität ab. Gleichzeitig wächst unter Druck eine neue Kultur der Zugehörigkeit. „Politics is downstream from culture" hat die digitale Rechte längst verstanden. Welches Potenzial liegt in einer Kulturpolitik, die als Demokratie- und Friedensinstrument ernst genommen wird?

Autoritäre Politik kündigt Solidarnetzwerke auf – und trotzdem wächst Belonging. Unter Druck bauen sich Communities auf wo Institutionen wegbrechen. Was Akteur:innen der digitalen Rechten schon längst wissen, muss auch in demokratischer Politik Mainstream werden. "Politics is downstream from culture" - Mit Videos, Bildern, Filmen und Literatur finden kulturelle "frames" Einzug in unsere Vorstellungen von "Normalität". Framing ist Macht – und algorithmische Öffentlichkeiten, KI und Plattformlogik verschieben gerade, wer als zugehörig gilt und wer nicht. Emotionen, Meinungen, Solidarität und Wahlverhalten - Der Einfluss von "Kultur" auf unsere Gesellschaft ist noch viel zu wenig sichtbar. Doch genau jetzt gewinnen Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft als "Soft Power" an Bedeutung. Wenn autoritäre Regierungen Solidarsysteme abbauen, ist die Frage nach Kultur eine Frage nach demokratischer Substanz. Kultur ist, wie wir miteinander umgehen. Ich argumentiere, dass Kulturpolitik ein unterschätztes Demokratie- und Friedensinstrument ist: tragfähig genau dann, wenn Vertrauen erodiert. Also "Demokratie verteidigen"? Nein! "Demokratie reparieren", denn es war nicht alles gut vor Klimakrise, KI und Technokapitalismus. Noch haben wir die Gelegenheit, Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft zur Gestaltung neuer demokratischer Framings zu nutzen, und damit eine neue Gesellschaft zu gestalten, in der menschliche Vielfalt erstmals wirklich in Sicherheit möglich ist. Eine junge Perspektive auf Kulturpolitik als Instrument für Friede und Demokratie.