Österreichs Hochschulen am Zug: Ein Plädoyer für Open Communication

Österreichs Hochschulen am Zug: Ein Plädoyer für Open Communication

Melanie Bartos

02.10.2026 19:15–19:45
superar
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Wissenschaft & Technologie
#Digitalpolitik #Gemeinwohl #Plattformen #Teilhabe & Zugang
Würden Österreichs Hochschulen und die ÖH eigene Server im Fediverse, der offenen Alternative zu Big Tech Plattformen, betreiben, entstünde eine demokratische Kommunikationsinfrastruktur für über 400.000 Studierende plus Forschende und Mitarbeitende. Die Uni Innsbruck zeigt: Das geht.

Öffentliche Hochschulen stellen Infrastruktur bereit, von der Bibliothek bis zum Mailserver. Verlässliche, gemeinwohlorientierte Infrastruktur gehört zum Bildungsauftrag. Bei digitaler Kommunikation hört dieses Selbstverständnis bislang meist auf. Die Räume, in denen Wissenschaft öffentlich verhandelt wird, sind Plattformen geblieben, deren Geschäftsmodelle mit den Werten offener Wissenschaft kaum vereinbar sind. Open Access, Open Data, Open Source haben die Wissenschaft verändert. Wo bleibt das Pendant für die Räume, in denen kommuniziert wird? Die Universität Innsbruck praktiziert seit 2024 Open Communication mit einer eigenen Mastodon-Instanz für alle Uniangehörigen, also einem eigenen Server im Fediverse, dem offenen Netzwerk jenseits der großen kommerziellen Plattformen. Würden alle österreichischen Hochschulen und die ÖH diesen Schritt gehen, entstünde eine gemeinnützige, demokratische und unabhängige Online-Infrastruktur für Hunderttausende, getragen vom Bildungssektor.